Earthlings
erzeugt:2017-07-02
letzte Änderung:2017-08-27

Earthlings kann als der tierrechtlerische Propagandafilm schlechthin angesehen werden. Es handelt sich dabei um ein geradezu klassisches Stück Propaganda, das nicht Zusammenhänge erforschen oder erklären will, sondern – durch Musik, Ton- und Bildwahl – gezielt auf Emotionen baut, einerseits wichtiges weglässt und andererseits Zusammenhänge aufbaut, wo keine sind.

Interessant ist, dass selbst die allererste Botschaft des Films nicht der Wahrheit entspricht, denn der Film stellt mitnichten „die gängige Praxis“ in der Tierzucht dar, und es handelt sich bei den gezeigten Aufnahmen sogar sehr wahrscheinlich um ausgewählte Einzelfälle, die also keinesweges repräsentativ sind.

Die Natur nun wird in Earthlings als Idyll dargestellt, ihre Gesetze, Notwendigkeiten und Brutalitäten ausgeblendet.1 Die Grausamkeit der Natur, das Fressen-und-Gefressenwerden … kommt in dem Film schlicht nicht vor. Ein Beispiel, in dem der Film – in bester Propagandamanier – etwas wichtiges weglässt.

Etwas, was hergestellt wird, ist hingegen der Vergleich von Tierzucht mit Rassismus und gar dem Holocaust, obwohl Fleischverzehr eine Konsequenz unserer Biologie und nicht politischer Anschauungen ist, und der Holocaust ein einzigartiges Ereignis in der Geschichte der Menschheit war, der die Vernichtung unliebsamer Teile der Menschheit zum Ziel hatte, und nicht die Produktion von Lebensmitteln.2

Befremdend an Earthlings ist nun der Teil über das Schächten, das koschere Schlachten von Tieren, das als besonders grausam und unnötig dargestellt wird, was nicht weniger als antisemitisch ist, weil es natürlich das Judentum als besonders tierverachtend darstellt, und auf der anderen Seite mit keiner Silbe erwähnt wird, dass der Islam exakt die gleichen Vorschriften hat, was Schlachtungen betrifft, und es ungleich mehr Moslems gibt als Juden.

Dann werden Aufnahmen gezeigt, wie streunende Hunde getötet werden, wobei sich erstens natürlich wieder die Frage nach der Repräsentativität der Aufnahmen stellt, auf der anderen Seite aber ausgeblendet wird, dass Streuner in vielen Ländern ein echtes Problem darstellen, weil von ihnen Seuchengefahr ausgeht und sie für Menschen, besonders kleine Kinder, durchaus eine Gefahr darstellen.

In der Gangart geht es weiter, es wird gegen Tierversuche gehetzt (deren Sinnhaftigkeit in der Fachwelt außer Frage steht), gegen Zoos (deren Tiere in der Regel ein besseres Leben haben als die meisten Menschen dieser Welt), Earthlings ist in der Tat das klassische Beispiel tierrechtlerischer Propaganda.


1: Siehe dazu: das Bambisyndrom

2: Siehe dazu: Holocaustvergleiche