tu quoque
erzeugt:2018-03-17
letzte Änderung:2018-03-17

Wer etwas Falsches sagt oder tut, sagt oder tut etwas Falsches, ungeachtet dessen, ob andere oder gar der argumentative Gegner ebenfalls etwas Falsches sagt oder tut.

Wenn zum Beispiel jemand behauptet, dass 1+1=3 wäre, ist das falsch, auch dann, wenn die Person, die ihn darauf aufmerksam macht, selber der Meinung ist, dass 2+2=3 wäre, denn: 1+1=3 ist nach wie vor eine falsche Aussage. Und selbst dann, wenn die andere Person sonst nur Blödsinn sagt und immer falsch liegt (siehe dazu auch ad hominem) außer eben bei der Aussage, dass 1+1 nicht gleich 3 ist, dann ist 1+1 nach wie vor nicht gleich 3.

Interessanterweise ist es oft so, dass ein tu quoque sogar ein indirektes Eingeständnis des eigenen Fehlers ist, denn wenn jemand etwa den Vorwurf des Diebstahls mit einem „Ja, aber du säufst!“ kontert, dann bedeutet das im Grunde ein Eingeständnis des Diebstahls, weil dieser Vorwurf damit nicht mehr geleugnet oder zu entkräften versucht wird.

Absolut klassisches Beispiel im veganen Diskurs ist, beim Argument, dass eine vegane Ernährung ungesund wäre, die Entgegnung, dass auch nichtvegane Ernährungsweisen problematisch sein könnten – was ja den Tatsachen entspricht. Allerdings ändert das nichts daran, dass Veganismus eine Mangelernährung ist, auch wenn es daneben noch andere, nichtvegane Möglichkeiten der Mangelernährung gibt.