„Fleischfresser stinken!“
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2017-09-05

Man hört immer wieder, dass Menschen, die sich auch von Fleisch ernähren, einen intensiveren Körpergeruch hätten als etwa Vegetarier. Der Grund dafür sind möglicherweise die Stoffe Indol und Skatol, die wiederum Abbauprodukte von Tryptophan sind, welche als essentielle Aminosäure im menschlichen Körper eine Vielzahl von Funktionen bei der Synthese von Hormonen, Neurotransmittern und in den Muskeln hat.

Sowohl Indol als auch Skatol kommen dabei in der Natur sowohl in Blütendüften vor als auch in Kot, wobei der Unterschied zwischen einer angenehmen und einer unangenehmen Geruchsempfindung die Konzentration ist. Tryptophan selbst als deren Ausgangsstoff ist eine essentielle Aminosäure und kommt in Fleisch und Milch in recht großen Mengen vor, der immer wieder beobachtete Effekt mag darauf zurückzuführen sein, dass Menschen mit einem geringeren Konsum von Fleisch und Milchprodukten auch weniger Tryptophan zu sich nehmen und damit auch weniger Indol und Skatol als seine Abbauprodukte bilden. 1

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Beobachtung, dass sich das beschriebene „Geruchsproblem“ offenbar auf vegetarisch/vegan lebende Menschen beschränken dürfte: Leute, die beginnen, vegetarisch zu leben, berichten, nach einer gewissen Zeit eine verstärkte Empfindlichkeit für diese Gerüche zu entwickeln, bzw. sie nach einer Rückkehr zu Mischkost wieder zu verlieren.

Gänzlich überzogen ist allerdings die Assoziation des gewöhnlichen Körpergeruchs anderer Menschen mit Fäulnis, bzw. dem Geruch nach „Leichen“ bzw. Kadavern, der Körpergeruch lebender Menschen ist davon vollkommen verschieden. Als jemand, der seinen Zivildienst in der Geriatrie geleistet hat, kann der Autor dieses Artikels dies sehr gut beurteilen.


1: Details können in der Wikipedia in den Artikeln über ➚Indol, ➚Skatol und ➚Tryptophan nachgelesen werden.